21st November 2017

Valencia auf zwei Rädern entdecken

Es ist noch früh am Morgen, als ich auf mein Leihfahrrad steige und langsam über den Plaza del Ayuntamiento rolle. Ich versuche dabei, ungefähr der Strecke zu folgen, die ich mir auf meiner Karte eingezeichnet habe, und bin verzaubert von der Schönheit, die mir hier geboten wird.

Mit seinen angenehm warmen Temperaturen, der kompakten Größe und Fahrradwegen von insgesamt 80 km Länge von der Stadt bis zum Strand ist Valencia für Erkundungen auf dem Fahrrad einfach perfekt.

 

Die Stadt erkunden

Ich werde schneller und nehme Abkürzungen durch kleine Seitenstraßen. Jetzt befinde ich mich auf dem Plaza de la Virgen.  Ich halte an, um mir mein Gesicht vom Wassernebel des Brunnens abkühlen zu lassen und den Duft der saftigen Orangen einzuatmen, die von den Bäumen herabhängen. Schließlich bin ich in Valencia.

 

 

Ich flitze die Carrer de la Pau (Straße des Friedens) entlang, eine der Hauptschlagadern der Stadt, und recke meinen Hals, um mir die modernistischen Gebäude anzusehen, in denen edle Modeboutiquen zu finden sind.  Ein Gemurmel liegt in der Luft, als die Ladenbesitzer zum Pläuschchen anhalten und dann stolz ihre Läden öffnen.

 

 

Wie es mir noch viele weitere Male an diesem Tag passieren würde, öffnet sich vor mir ein breiter und einladender Fahrradweg und bittet mich, ihm zu folgen. Neben mir fahren andere Fahrradfahrer aller Altersgruppen, Paare und Familien, auf Leihfahrrädern umher, sowie Pendler, die auf ihren schicken Faltfahrrädern im Geschäftsanzug zur Arbeit flitzen. Kein schlechter Arbeitsweg, wie ich finde.

 

 

Der Fahrradweg führt mich aus der Stadt – dabei sorgen kleine Verkehrsampeln dafür, dass der Verkehr zum Stehen kommt und uns Fahrradfahrern Vorfahrt gewährt. So folgen wir der Strecke problemlos weiter auf die andere Seite der stark befahrenen Straße. Mir fällt auf, wie einfach es hier ist, das flache Terrain zu erkunden, ohne dabei jemals auf der Straße fahren zu müssen.

 

Das alte Flussbett herunterfahren: Der Turia-Park

 

Eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten in Valencia ist der schöne Turia-Park, der sich elegant von der Innenstadt bis an den Strand schlängelt. Wie die 18 Brücken in dem Park verraten, war der Turia-Park früher einmal der Fluss Turia. Dieser wurde allerdings nach einem Dammbruch im Jahr 1957, der für schwere Schäden in der Stadt verantwortlich war und 81 Menschenleben forderte, umgelegt.

Der mit Fuß- und Fahrradwegen, Trimm-Dich-Pfaden, Spielplätzen, Wasserspielen und Picknickstellen gefüllte Park zählt heutzutage zu einer der größten und beeindruckendsten städtischen Grünflächen Spaniens.

Die futuristische Stadt der Künste und Wissenschaften erleben

 

 

Im Turia-Park befindet sich außerdem die meistbesuchte Attraktion von Valencia: die angesagte Ciutat de les Arts i les Ciències (Deutsch: „Stadt der Künste und Wissenschaften“). Mit ihren geschwungenen Rundungen, dem glänzenden Glas und den türkisfarbenen Wasserbecken wurden diese außerirdisch anmutenden Orte von Santiago Calatrava und Félix Candela entworfen, die sich dabei von der Schönheit der Natur und dem Streben nach Wissen inspirieren ließen.

 

 

Die hemisphärische Struktur bildet das Herzstück und verfügt über ein IMAX-Kino, ein Planetarium sowie ein Laserium. Sie erstreckt sich über eine unglaubliche Fläche von 13.000 m² und ähnelt einem riesigen Auge, weshalb sie auch liebevoll „das Auge des Wissens“ genannt wird. Das ebenso beeindruckende Wissenschaftsmuseum Príncipe Felipe Valencia sieht aus wie ein gigantisches Walskelett, während das Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas, an eine gewundene, blühende Seerose erinnert.

 

 

Obwohl jeder der Orte einen Besuch wert ist, fand ich das Oceanogràfic am aufregendsten. Bei den rund 500 Meeresbewohnern fühlt man sich einfach wieder wie ein Kind, wenn man durch die Unterwassertunnel mit Haien streift, die schweigend über den Köpfen der Besuchern umhergleiten.

 

 

Außerdem findet man hier Delfine, einzähnige Walrosse und grinsende Seekühe, denen man, während sie einen spielerisch nass spritzen, so nahe kommen kann, dass man sie tatsächlich riechen und atmen hören kann. Meine persönlichen Favoriten waren die hirnlosen Tiefseequallen, die nicht von Raubfischen gefressen werden, da sie ihnen bunte Lichtsäulen durch ihre Körper jagen – wie lichtschwertartige Warnsignale.

Am Strand entlang radeln

 

 

So wie einst der Fluss fließen die Radwege hin zum Meer, wo sie im Yachthafen und im weitläufigen Sand der acht herrlichen Strände der Stadt auf Milliardäre treffen. Der Paseo Maritimo ist eine idyllische Promenade, die den elfenbeinfarbenen Sand umgibt und perfekt zum Radfahren ist. Bei der Aussicht auf das Mittelmeer auf der einen Seite und den unzähligen Fischrestaurants, Cafés und Bars auf der anderen muss man sich hier einfach von der farbenfrohen Umgebung leiten lassen, bis man den idealen Fleck für ein wohlverdientes Tapas- oder Paella-Gericht gefunden hat.

 

 

Lass´ dir auf keinen Fall die klassische „Paella nach valenzianischer Art“ im legendären Restaurant „La Pepica“ entgehen! Hier kannst du nämlich mal die echte Paella probieren, wie sie ursprünglich in Valencia zubereitet wurde – mit Huhn, Kaninchen und grünen Bohnen anstelle von Meeresfrüchten. Wer sich nach einem Meeresfrüchte-Schmaus sehnt, sollte einfach nach der „Pepica Paella“ fragen, die mit frischen und fertig geschälten Schalentieren serviert wird – perfekt, um deine Energiereserven für den Rückweg in die Stadt wieder aufzutanken.

Egal, ob du nun ein erfahrener Fahrradfahrer oder ein Anfänger bist, der mit Kindern unterwegs ist – miete dir ein Fahrrad und tritt in die Pedalen. Besser kann man Valencia einfach nicht erkunden!

 

Ryanair Staff

Ryanair Staff

Die Mitarbeiter von Ryanair sind Weltenbummler von Beruf, daher kannst du dich getrost auf ihre bewährten Reiseberichte und Tipps verlassen.

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