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16th Januar 2017

Auf Gran Canaria ins neue Jahr

 

Vorsätze fürs neue Jahr sollten ja bekanntlich so schnell wie möglich in Angriff genommen werden bevor sie verfliegen wie eine warme Böe über den Kanaren.

Noch schnell ein paar Raketen in den Himmel schießen, x-mal „Frohes neues“ wünschen und schon sitzt man in einer Ryanair-Maschine in Richtung Las Palmas de Gran Canaria. Auf den fünfstündigen Flug über den Atlantik lässt sich der Neujahrskater wunderbar wegschlafen und schon findet man sich bei angenehmen 25°C auf der Insel des ewigen Frühlings wieder. Jetzt ist es an der Zeit dir ein frohes neues Jahr zu wünschen!

Ob Mietwagen oder nicht, ziemlich entspannt kommst du so oder so nach Las Palmas in 30 Minuten. Wer sich für ein Zimmer über Airbnb entscheidet, ist gut in der Altstadt Vegueta aufgehoben. Die Hoteldichte ist hier etwas dünn, was aber überhaupt nicht schlimm ist. Denn die Hotels und Hostels lassen sich alle auf dem Strandabschnitt Las Canteras finden. Vom Surferhostel bis hin zum Sternehotel ist für jeden Geschmack und Geldbeutel was dabei. Den Blick aufs Meer muss niemand missen!

Las Palmas de Gran Canaria

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Wo einst Lava ins Meer strömte, erstrecken sich heute bunte Würfelhäuser zwischen den nimmersatten Grün der Sukkulenten und Drachenbäume. Das dunkele Lavagestein schafft für den passenden Kontrast. Bei Temperaturen um die 28°C und einer beständigen Brise meint man tatsächlich im  immerwährenden Frühling angekommen zu sein. Frühling im deutschen Sinne, denn der gemeine Kanarier führt bei diesen wonnigen Temperaturen noch immer seinen sibirischen Wintermantel spazieren. Bedenke: Auf einer Insel, die sich denselben Breitengrad mit der Sahara teilt und das Thermometer nie unter 15°C fällt!
Daher scheint auch das Weihnachtsfest auf den Kanaren etwas fehl am Platz aber erinnert dich daran, dass erst Januar ist und du eigentlich frieren müsstest.

Land & Leute

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An sich sind die Kanarier ein echt entspanntes Inselvölkchen. Übers Wetter wird sich mit Sicherheit niemand beklagen, übers Essen sowieso nicht, der Fußballclub spielt zumindest in der ersten Liga – nur die Parkplatzsituation auf Las Palmas lässt auch den gechilltesten Surferdude verrückt werden. Aus eigener Erfahrung ist das ein gesamtspanisches Problem aber einige bleiben halt unbelehrbar. Pech, wenn man nach zweistündiger Parkplatzsuche doch ins feindliche Parkhaus einfahren muss. Die schmerzhafte Endstation jedes Autofahrers. Es tut einfach im Portemonnaie weh, wenn man am nächsten Morgen 20,-€ für ein stehendes Auto abdrücken muss.

Was Innerorts einer Katastrophe gleicht, rechnet sich aber auf den schmalen Gebirgszügen ausserorts. Mit dem Auto den Norden der Insel zu erkunden, Wallfahrtsorte wie Teror besuchen und dabei drei Ave Maria abzulegen oder den üppigen Botanischen Garten aufzusuchen, bringt dich in die erhoffte Urlaubsstimmung. Genauso wie der erwähnte Strandabschnitt Las Canteras im Norden Las Palmas‘. Strohhutverkäufer, Surfspots, das Meer und bronzefarbender Sand. Sonnenbrand im Winter – Geil!
Der Süden Gran Canarias ist geprägt von Einkaufszentren, ausgedörrten Hängen und weiten Sanddünen. Der Strand Playa del Ingles bei Maspalomas ist namengebens in englischer Hand. Ob englische Touris oder doch Kolonialisten dafür verantwortlich sind, konnte aber nie endgültig geklärt werden.

Die Neue Welt

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Nicht nur die Engländer und die des 15. Jahrhunderts fanden es Super Awesome hier, nein auch Spanier fanden gefallen an den Kanaren. Jeder Stein wurde nach einem Mitglied der Königlichen Familie umbenannt und der Grundstein die Neue Welt zu erobern gelegt. Denn jede der vier Reisen Christopher Comubus‘ nach „Westindien“ startete auf den Kanaren. Von Coruña aus ging es nämlich für die Columb’sche Reisegruppe direkt nach Gran Canaria. Hier gönnte man sich noch einen Espresso und ne Käsestulle bevor dann schließlich die viermonatige Überfahrt los gehen konnte. Die Geschichten jenes historischen Reiseblogs sollte jedes Kind kennen. Ich gehe daher über zu einem anderen  deutschsprachigen Reiseblogger der Geschichte; Alexander von Humboldt. Zwar war dieser durchaus beliebte Jüngling nie auf Gran Canaria, aber 1799 auf Teneriffa, wo auch seine Reise in die Neue Welt starten sollte. In seinen späteren Publikationen zu Ländern wie Mexiko, Peru und Ecuador bezog er sich gelegentlich auf die Schönheit der Kanaren. Völlig losgelassen hat ihn Teneriffa also nie.

Es scheint so, als seien die Kanaren Türöffner für aufregende und inspirierende Reisen. Bleibt also abzuwarten was das neue Jahr und die Magie der Kanarischen Inseln für dich bereithält.

Herwig

 

Herwig Buhrow

Herwig Buhrow

Herwig bereist von Berlin aus die entlegensten Winkel Europas. Ob Balkan, Ballaton oder Baltikum hier fühlt er sich wohl und berichtet auf woistherwig.de von seinen Erfahrungen.

2 Comments

  • Maik

    Wow! der Garten is ja klasse 😀

    13th Februar 2017, 3:30 pm
    • Herwig

      Der Botanische Garten war mein heimliches Highlight auf Gran Canaria. Absolutes Muss!

      Grüße.

      19th Februar 2017, 2:09 pm

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